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Irgendwo zwischen Sozialismus und Kapitalismus

 

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Irgendwann vor Jahrzehnten ist es mal ausgemessen worden und man hat festgestellt, dass irgendwo zwischen Potsdam und Magdeburg der Mittelpunkt der DDR liegt. Wam Kat führt uns zum Messpunkt, um den herum man eine Karte in Beton gegossen hat. Wam Kat und die anderen Ökos in der Region leben also mitten in der ehemaligen DDR lebt, zumindest messtechnisch. "Manchmal halten hier Reisebusse", erzählt uns Wam, der selbst ein waschechter Altlinker ist, PDS-Mitglied und – obwohl Niederländer – im Stadtrat von Belzig sitzt. Von DDR-Nostalgie hält Wam allerdings genauso wenig wie von triumphalem Kapitalismus. Gibt es einen "dritten Weg"? 

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"Es gab verschiedene große 'ISMUS'-Experimente", erklärt Wam: "Das Experiment Sozial-ISMUS ist weg, der Kapital-ISMUS läuft noch ein bisschen, aber er ist ja gerade dabei, sich aufzulösen." Auf die Frage, wo er denn die Zukunft sehe, sagt Wam: "Wir haben immer versucht, als Gesellschaft die Natur zu ändern und jetzt ist es Zeit, sozusagen die Natur entscheiden zu lassen. Wir versuchen jetzt, einen ökologischen und natürlichen Weg zu gehen."

 

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Am "DDR-Stein", einen großen Findling, den man mitten auf eine Lichtung gerollt hat, sieht Wam Kat erfrischend unideologisch in die Zukunft und erzählt uns von seiner Vergangenheit, wie er – Doktor der Soziologie -, als er noch an der Universität in Amsterdam gearbeitet hat, mit anderen freiwillig kündigt, um danach kostenlos weiterzuarbeiten. "Wir haben unglaublich viel Geld verdient damals, 250 Gulden pro Stunde, und wir waren der Meinung, dass das zu viel sei, dass wir anderen damit etwas wegnehmen. Aber die Summe war festgelegt und nicht zu ändern. Und da haben wir gekündigt und gesagt: Wenn ihr uns wollt, müsst ihr uns eben so nehmen."
Idealismus statt Ideologie? "Ich nehme mir die Freiheit, mein Leben selbst zu gestalten. Ich habe nicht viel Geld, wahrscheinlich weniger, als einem Hartz-IV-Empfänger zusteht. Aber ich habe viele Freunde", sagt der mittlerweile 54-Jährige und erklärt uns sein Altersvorsorgekonzept, in dessen Mittelpunkt ein Freundeskreis von mehreren hundert Menschen steht, die miteinander vereinbaren, im Alter füreinander zu sorgen. "Ich kann auch gar nicht mit Geld umgehen. Rechnungen schreiben fällt mir schwer. Ich tue Dinge, weil sie mir Spaß machen, weil ich Lust habe".
Und da schließen sich die Kreise zwischen Alt-Ökos und dem, was Marketingstrategen heute LOHAS nennen – Lifestyle of Health and Sustainability. Bloß, dass Wam Kat keinen Wert legt auf Öko-Chic und großen Luxus. Irgendwie ist das beeindruckend.

 

 

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